Der Sommer in der TCM
Singen, lachen, tanzen, lieben... 

Der Sommer ist die Zeit der Reife und dem Element Feuer. Dieses steht für Lebensfreude, Leidenschaft, Liebe und Geselligkeit. Eine aktive, helle und (meist) heisse Jahreszeit, welche YANG betont ist. Um die Energie nicht unkontrolliert hochtreiben zu lassen, ist auf ein feines Gleichgewicht zwischen Abkühlung und Erwärmung zu achten, besonders bei der Ernährung.

Zeit um den Geist zu stärken und das Trübe vom Klaren zu trennen 

In der TCM sind die Organe und Meridiane von Herz, Dünndarm, Perikard und Dreifach-Erwärmer dem Sommer zugeordnet. Das Herz beherbergt den Geist shen. Der Dünndarm ist verantwortlich für die Trennung von Klarem und Trübem. So haben nebst den symptomatischen Herzbeschwerden in der TCM oft auch Unruhezustände oder Schlafstörungen mit einer Beteiligung des Element Feuers zu tun. 

Die Hauptzeit des Feuers ist über Mittag 

Verwendet man besonders beim Mittagessen nährende, kühlende und bittere Nahrungsmittel, stärkt man am meisten die Organe des Feuer-Elements. 

Mögliche Sommerbeschwerden

In der TCM würde man von Hitze-Krankheiten sprechen, welche mit brennenden Symptomen oder starken, pulsierenden Schmerzen einhergehen. Dazu könnten folgende Beschwerden zählen, welche sich um die aktuelle Jahreszeit verstärken:
Sodbrennen, Blasenentzündungen, Hitzewallungen, Kopfschmerzen Hauterkrankungen und rheumatische Beschwerden die bei Hitze schlimmer werden.

Mit einer ausführlichen Anamnese können die individuellen Disharmoniemuster erkannt und mit den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin behandelt werden.  

Den Ausgleich schaffen

Nebst den bewährten Anwendungen aus der TCM kann man mit folgenden Massnahmen das Gleichgewicht schaffen bzw. erhalten:
-    Sich ausreichend Schlaf und Ruhe gönnen
-    Meiden von starker Hitze und starker Kälte, auch in der Diätetik  
-    QiGong Übungen bringen den Energiefluss wieder ins Gleichgewicht 

Ernährungstipps aus der TCM Diätetik

Gleichgewicht zwischen Abkühlung und Erwärmung halten

Ob abkühlend oder erhitzend, das Mass ist entscheidend, so wie bei Manchem. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung von saisonalen, regionalen und naturbelassenen Nahrungsmitteln ist man sehr gut bedient.
Oft gedämpftes Gemüse mit Getreide in die Mahlzeiten einbauen. Milchprodukte sind erfrischend und im Sommer empfehlenswert, vorausgesetzt sie werden in kleinen Mengen eingesetzt und mit gekochten Zutaten kombiniert.
Für eine natürliche Abkühlung sorgen Beeren, Radieschen, Spinat, Mangold, Zucchini, Paprika, Blattsalate, Krabben, Tintenfisch. Eine starke Abkühlung bieten Gurken, Avocado, Tomaten, Sprossen und Algen.
Erwärmend sind beispielsweise Grillfleisch, Schafkäse, Basilikum, Oregano, Majoran, Thymian und Zimt.
Bei Hitze-Beschwerden sind folgende Zutaten besonders zu meiden:
-    Scharfes Essen (Chilischoten, Knoblauch, Zwiebeln roh)
-    Schnell erhitztes Fleisch
-    Alkohol, Nikotin 

Zwei saisonale Kräuter und ihre Tugenden

Zitronenmelisse: beruhigt den Geist

Die Zitronenmelisse (Melissae folium) verdankt ihren zitronenartigen Geruch drei ätherischen Ölen. Ihren Gehalt an Gerbstoffen, Rosmarinsäure, Terpenen, Flavonoiden, Cumarin und Benzodioxoaldehyd verleihen ihr stark antioxidative Wirkung. Von der Thermik her ist sie warm, deshalb hervorragend, um zu beruhigen. Ihr Geschmack ist aromatisch, bitter und leicht scharf. Zitronenmelisse wirkt auf die Funktionskreise Herz, Leber, Magen, Milz, Lunge und Gedärme. Deshalb sind ihr auch zahlreiche Wirkungen zuzuweisen.
Die beruhigende Wirkung von Zitronenmelisse ist bei Nervosität, Hysterie, Insomnia (Schlaflosigkeit, Einschlafstörungen), Melancholie, Depressionen, stressbedingen Herzschmerzen oder Verdauungsbeschwerden, Herzrasen, Tinnitus, Schwindel, Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden) und Anorexie indiziert.
Die Qi-regulierende und -bewegende Wirkung hilft u.a. bei Krämpfen, Angina Pectoris, Durchblutungsstörungen, Koliken, Migräne, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Dysmenorrhö und Hypertonie.

Basilikum: tonisiert das Yang und Qi

Auch deutscher Pfeffer genannt, ist Basilikum reich an ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Flavonoiden. Von der Thermik her ist er wärmend und beruhigt den Geist. Basilikum wirkt auf die Funktionskreise von Herz, Lunge, Milz, Magen, Leber, Gallenblase und Niere. Somit sind seine Wirkungen auch vielseitig, von diaphoretisch (schweisstreibend), antipyretisch (fiebersenkend), spasmolytisch (krampflösend), carminativ (blähungs- und gärungswidrig), galaktagog (milchflussfördernd). Gegen Konzentrationsstörungen, Kältegefühl, Husten mit weissem Schleim, Asthma, Nephritis (Nierenentzündung), Lumbago, Infertilität, Frigidität, Impotenz, Ejaculatio präcox, Willensschwäche, Lustlosigkeit, Laktationsmangel ist er ein genussvoller Helfer.
Er eignet sich als Magenmittel bei Krämpfen, Verdauungsschwäche, Gastritis, Übelkeit, Brechreiz, Colitis, Flatulenz und Blähungen.

Der Basilikum kann auch als Aufguss zubereitet werden: 10g frische Blätter zerkleinern, mit 1/2 Liter Wasser in eine Gefäss geben, 1 Stunde an die Sonne stellen und im Laufe des Tages trinken.

Zwei saisonale Nahrungsmittel und ihre Tugenden

Erdbeere: kühlend nährt sie das YIN

Reich an Ballaststoffen, Silicium, Vitamin C, Salicylsäure und Oxalsäure wirkt sie auf die TCM Funktionskreise von Leber, Milz, Niere, Lunge.
Die Erdbeere ist alkalisierend, antioxidativ, Zähne stärkend, entgiftend und entlastet die Blutzirkulation im Pfortadersystem. So wundervoll wie eine Schale frische Erdbeeren schmeckt ist auch ihre gesundheitsfördernde Wirkung! Vorausgesetzt die Früchte sind frisch, reif, aus der Region und nicht mit Pestiziden belastet.
Besonders zu empfehlen sind die Erdbeeren bei erhöhten Cholesterinwerten, Hepatitis, Aszites (Bauchwassersucht), Leberzirrhose, Heiserkeit, Halsschmerzen, Durst, Zahnzerfall, Paradontose (Schwund von Zahnfleisch, Wurzelhaut und Alveolarknochen), Verdauungsschwäche, Bindegewebeschwäche und Hämorrhoiden.
Die Yin tonisierende und Blut bewegende Wirkung wird mit einem Hauch schwarzem Pfeffer noch verstärkt. Die perfekte abrundende Zutat: Mit wertvollem Bourbon Vanille werden die Sinne und Abwehrkräfte verschärft und die Liebeskräfte gefördert.

Zucchetti: kühlend und bitter eliminiert sie Hitze

Reich an Kalium, Calcium, Phosphor, Vitamine B1, B2, B6, C, E und löslichen Ballaststoffen wirkt die Zucchetti antiinflammatorisch (entzündungshemmend), leicht laxierend (stuhlgangfördernd), diuretisch (harntreibend) und macht den Stuhl gleitfähig. Ihre Thermik ist kühlend, der Geschmack süss, bitter. TCM Funktionskreis: Milz, Magen, Lunge und Niere. Im Sommer sind die Zucchetti bestens geeignet, um Hitze zu eliminieren und das Qi zu tonisieren. Bei Nephritis, Gastritis, Hypertonie, Blutzuckerschwankungen, Diabetes mellitus, Hypoglykämie zeigt sie eine lindernde Wirkung.
Der kühlenden Thermik kann man mit wärmenden Kräuter wie Thymian, Oregano und Majoran entgegenwirken.
Kontraindikation: Zucchetti gehören zu den Nachtschattengewächsen. Bei rheumatischen Leiden ist deren Verzerr zu reduzieren.

Individuelle Beratung

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